BRAUHAUSGASSE 13 · WEIMAR
Das Eckermannhaus
Von 1823 bis zu seiner Heirat 1831 wohnte hier Johann Peter Eckermann. Das Haus gehört zu den ältesten Wohnhäusern der Frauentorvorstadt.
Eckermanns Zuhause
Dieses unscheinbare Gebäude in der Brauhausgasse war von 1823 bis zu seiner Heirat im Jahr 1831 das Zuhause von Johann Peter Eckermann, dem Sekretär und Wegbegleiter Johann Wolfgang von Goethes. Belegt ist es nicht, doch es wird vermutet, dass seine Wohnräume im Dachgeschoss lagen.
Glücklich Weimar! – Von den Städten allen
Bist du, kleine, wunderbar bedacht;
Man wird stets zu deinen Toren wallen,
Angezogen von der heil’gen Macht;
Und man wird nach großen Männern fragen,
Die in schönen Zeiten hier gestrebt,
Und mit edlem Neid wird man beklagen,
Daß man mit den Edlen nicht gelebt.Johann Peter Eckermann (1792–1854), aus: Gedichte, Leipzig 1938
Eines der ältesten Wohnhäuser der Frauentorvorstadt
Die Grundsubstanz des Baukörpers stammt aus dem 16. Jahrhundert; die gewölbte Kelleranlage ist wahrscheinlich noch älter. Im 18. und 19. Jahrhundert folgten verschiedene Um- und Ausbauten, die den heutigen Charakter des Eckermann-Hauses maßgeblich prägen.
Zwei Hausteile, ein Innenhof
Der zweigeschossige Gebäudekomplex besteht aus zwei Hausteilen. Der ältere Teil mit Steildach steht mit dem Giebel zur Brauhausgasse und umfasst die Hauptwohnräume. Der jüngere Trakt steht mit der Traufe zur Gasse und ist um einen Innenhof gruppiert; er beherbergte neben weiteren Wohnräumen auch die Nebenräume. Direkt am Haus lag einst ein gestalteter Garten, der durch spätere Überbauungen nicht mehr vorhanden ist.
Ein einfaches Weimarer Bürgerhaus
Das Eckermann-Haus ist ein Einzeldenkmal von bedeutendem Memorialwert und ein wichtiges Beispiel für die Entwicklung des einfachen Weimarer Bürgerhauses. In Raumanordnung, Raumgrößen, Konstruktion und Gestalt sowie in Ausstattungsdetails zeigt es die Bauweise, die für die ehemalige Ackerbürgerstadt typisch war.
Die unterschiedlich großen Räume werden über eine Treppe erschlossen, die mittig im Haupthaus liegt; die Raumhöhen sind relativ gering. Die Gruppierung der Räume um den Innenhof im jüngeren Gebäudeteil ist ein häufig angewendetes Prinzip. Das Erdgeschoss besteht aus massivem, verputztem Bruchsteinmauerwerk, die übrigen, ebenfalls verputzten Wände aus Holzfachwerk. Ein massiver Kamin im Erdgeschoss, Kalksteinplatten als Bodenbelag sowie Putz- und Farbreste in den Innenräumen zeugen von bürgerlicher Wohnkultur in Weimar.
Leerstand und Rettung
Seit 1981 stand das Haus leer und verfiel allmählich. Erste Rekonstruktionsmaßnahmen in den Jahren 1991/92 konnten nur teilweise ausgeführt werden, trugen aber wesentlich zur Sicherung des Hauses bei. In dieser Zeit wurde das Haus auch umfangreich restauratorisch untersucht. Die weitere Rekonstruktion und Restaurierung übernahm 1998/99 der neue Eigentümer Roland Rynkowski in enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden.
Was erhalten blieb
Die vorhandene Bausubstanz wurde weitgehend erhalten. Geschädigte Bereiche – vor allem Holzfachwerkwände und Holzbalkendecken, deren tragende Teile teils desolat waren – mussten rekonstruiert und ausgebessert werden: Kanthölzer wurden ausgetauscht, Ausfachungen repariert, Deckenbereiche geschlossen.
Wichtige restauratorische Befunde ließen sich nur begrenzt sichern, etwa bei der Restaurierung des Kamins. Die Wandbemalungen konnten nicht erhalten werden. Die ursprüngliche Raumstruktur des Hauses blieb jedoch weitgehend bestehen.
Das Haus im Wandel

Eckermannhaus 2020

Eckermannhaus 2010

